ÖNORMEN werden im Baualltag oft erst dann entscheidend, wenn ein Detail nicht funktioniert, ein Mangel behauptet wird oder eine Ausschreibung keine klare Antwort gibt. Genau dort setzt diese Vortragsreihe an. Sie zeigt, wie aktuelle und überarbeitete Regelwerke sicher gelesen, ausgeschrieben, angewendet und sachverständig beurteilt werden.
Der Vortrag verbindet Normenwissen mit praktischen Beispielen, typischen Fehlerbildern, Ausschreibungsfragen und Erfahrungen aus der Sachverständigenpraxis. Ziel ist nicht das Auswendiglernen von Normtexten, sondern deren sichere Anwendung im täglichen Planungs-, Bau- und Beurteilungsalltag.
Es werden mehrere aktuelle beziehungsweise neu überarbeitete Regelwerke gemeinsam betrachtet. Der Schwerpunkt liegt auf deren Zusammenwirken in der Praxis: Schneeschutzsysteme, Unterdächer und Unterspannungen, Materialanforderungen an Unterdeck- und Unterspannbahnen sowie flüssig aufzubringende Abdichtungssysteme.
Themen:
ÖNORM B 3418 - Schneeschutzsysteme auf Dächern
Schneeschutz wird in der Praxis häufig zu spät geplant. Besonders bei PV-Anlagen, glatten Deckungen, steilen Dachflächen und geänderten Nutzungen entstehen neue Fragestellungen. Behandelt werden Planung, Bemessung, Befestigung, Unterkonstruktion, Prüfung und Dokumentation.
ÖNORM B 4119 - Unterdächer und Unterspannungen
Unterdächer und Unterspannungen sind keine Reservefolie, sondern eigenständige Bauteile mit klarer Funktion. Der Vortrag behandelt die Erforderlichkeit, Regensicherheit, Dachneigung, Nutzung, Belüftung, Dachflächenfenster, Eisrückstau und windbedingten Niederschlagseintrieb.
ÖNORM B 3661-1 und B 3661-2 - Materialnormen
Die Materialnormen werden praxisnah eingeordnet. Was bedeuten Anforderungen an Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen und diffusionsoffene Bahnen für Ausschreibung, Produktauswahl, Verarbeitung und Beurteilung?
ÖNORM B 3695 - Flüssig aufzubringende Abdichtungssysteme
Flüssigkunststoffe werden oft als Problemlöser für schwierige Details verstanden. Die Norm macht deutlich: Entscheidend sind Systemaufbau, Untergrund, Materialanforderungen, Emissionen, Haftverhalten und Verarbeitung
Kernsätze dieses Vortragsteils:
- Schneeschutz ist nicht das Zubehör, das am Ende noch montiert wird. Schneeschutz ist Teil der Dachplanung.
- Ein Unterdach muss geplant werden, bevor die Eindeckung versagt - nicht erst, wenn Wasser eingetreten ist.
- Nicht jede Bahn, die auf der Baustelle ähnlich aussieht, erfüllt dieselbe Aufgabe. Materialanforderungen sind keine Formalität.
- Flüssigkunststoff ist kein Zaubermittel für schwierige Anschlüsse. Er ist ein Abdichtungssystem mit klaren Material-, Untergrund- und Verarbeitungsanforderungen.
Zielgruppe: Ausschreibende, Planer:innen, Bauträger, Bauleitungen, Ausführende und Sachverständige; Dieser Halbtag eignet sich besonders für Teilnehmer:innen, die Schnittstellen zwischen Dachdeckung, Spenglerarbeit, Unterdach, Abdichtung, PV-Anlagen und Wartung sicherer beurteilen und ausschreiben möchten.
Leitgedanke: Normen richtig verstehen, sauber ausschreiben, funktionierende Details planen und Mängel fachlich nachvollziehbar beurteilen.
Die Teilnehmerzahl ist beschränkt, Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Einlangens entgegengenommen.
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